Reise nach Jeju-do: Yongyeon Pond und Strände

Reise nach Jeju-do: Yongyeon Pond und Strände

Unser zweiter Tag auf Jeju war ganz schön vollgepackt – wir hatten jede Menge Muskelkater, deswegen entschieden wir uns dazu, einige verschiedene Sachen zu erleben, die nicht so anstrengend sind. So zum Beispiel Strände! Das war aber nicht unser erster Stopp und da es so viele verschiedene Orte waren, wird dieser Beitrag ein wenig länger (;
Unser erster Halt war tatsächlich der Yongyeon Pond – ein ziemlich großer Teich, in dem Süßwasser und Salzwasser aus dem Meer aneinander treffen. Unglücklicherweise konnte ich die schöne Farbe des Teiches gar nicht so gut auf meinen Bildern einfangen, also müsst ihr mir jetzt wohl glauben, dass es einfach wunderschön aussah! In der Nacht soll der Teich wohl auch wunderschön sein, was ich mir gut vorstellen kann, wenn man den kleinen Pavillon mit in Betracht zieht, der dort angebracht ist und sicher schön beleuchtet wird.
Nachdem wir uns den Teich angesehen hatten, liefen wir ein wenig die Straße am Ufer entlang, wo wir schließlich einen kleinen Blick auf den Yongduam Rock werfen konnten (der auf den Bildern leider nicht in voller Pracht zu sehen ist). Es gibt viele verschiedene Legenden um dieses Gesteinsgebilde, da es aussieht, wie ein Drache – die wohl bekannteste sagt aber, dass ein Drache ein Juwel vom Hallasan gestohlen hat und daraufhin von der Berggottheit mit einem Pfeil erschossen wurde und ins Meer fiel, wo sein Körper schlagartig erfror. Ganz schön dramatisch, oder? Am Ende gönnten wir uns noch eine kleine Auszeit in einem süßen Café, das Slow but Coffee hieß (oder so etwas in der Art). Und die Besitzerin war wirklich nett und niedlich!

Nach der kurzen Verschnaufpause ging es dann auch schon weiter: Nächstes Ziel war der Samyang Black Sand Beach. Dieser Strand ist insofern besonders, da er, wie der Name schon vermuten lässt, schwarzen Sand hat, statt normalen Sand, den man vielleicht auch aus Deutschland kennt. Dies kam durch Vulkangestein zustande – denn wie jeder weiß, der meinen letzten Beitrag aufmerksam gelesen hat, ist Jeju schließlich irgendwie eine Vulkaninsel. Wir hatten allerdings erhofft, das ein paar weniger Menschen dort sein würden (tatsächlich waren es aber nicht soooo viele) und deswegen entfernten wir uns ein wenig vom Zentrum, um uns das noch relativ feste Vulkangestein anzuschauen und dort Bilder zu machen. War schon nervig, dass plötzlich 20 andere Leute auch auf die Idee kamen, dorthin zu gehen und uns deswegen die ganze Zeit im Bild standen, obwohl da vorher niemand war. Aber man kann eben nicht alles haben. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich mir den Strand ein wenig dunkler vorgestellt hatte – so richtig bemerkt man nämlich erst, dass der Sand schwarz ist, wenn er nass ist. Logischerweise. Schön war es allemal und es war witzig, mit den käseweißen Füßen darüber zu laufen.

Unser letzter Halt für diesen Tag war tatsächlich der Hamdeok Beach, wegen dem wir nochmal ein kleines Stückchen weiter mit dem Bus fahren mussten. Und man, da war viel los! Ich meine, der Strand ist sowieso eine Toursitenattraktion und deswegen stehen in der Nähe auch viele Hotels – aber das hatten wir dann doch nicht kommen sehen. Mit Baden wurde also nichts (davon abgesehen hatten wir sowieso keine Badekleidung dabei). Bim und ich erkundeten den Strand ein wenig und schauten uns um, bevor wir uns schließlich in Position brachten, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Ich bin bis heute noch nicht darüber hinweg gekommen, wie schön der war. Unglaublich einfach. Mit der Szenerie der Stadt im Hintergrund und den kleinen Gräsern im Vordergrund… Ich habe es wirklich geliebt!
Als es dann dunkel war, wollten wir natürlich nach Hause und hatten schon Angst, dass mal wieder kein Bus fahren würde – unser Bus stand nämlich nach Plan angeschrieben, kam aber einfach nicht. Das hatte schon für amüsierte Blicke bei den Koreanern gesorgt, als diese festgestellt hatten, dass wir scheinbar der Sprache fähig waren. Naja, der Bus kam schließlich und wir konnten nach Hause. Und etwas zu Essen suchen, was mal wieder dauerte…

Reise nach Jeju-do: Hallasan

Reise nach Jeju-do: Hallasan

„Zeit für ein bisschen Urlaub!“, dachten wir uns, als wir unsere Reise nach Jejudo im Süden von Korea gebucht hatten. Jejudo ist eine kleine Insel (wobei das -do für „Insel“ steht) und ist sehr beliebt – bei Koreanern und Touristen gleichermaßen. Da muss man also mal hin oder? Mit dem Flug hat es vom Gimpo Airport dorthin nur ungefähr eineinhalb Stunden gedauert und wir kamen an und befanden uns praktisch auf den Tropen. Ich übertreibe hier wirklich nicht – in Seoul war es die ganze Zeit schon höllisch heiß gewesen, aber Jeju ist dafür bekannt, nochmal eins oben drauf zu setzen. Aber das war okay. Wir kamen in einem kleinen Gasthaus unter, das Zimmer war zwar klein, aber sonst zum Großteil in Ordnung und wir planten am Abend noch, wohin wir die nächsten Tage aufbrechen würden. Dabei entschieden wir uns dafür, am ersten Tag direkt den Hallasan zu besteigen. Große Ziele? Jap.
Der Hallasan ist Südkoreas höchster Berg und liegt unglaubliche 1950m über dem Meeresspiegel. Ehemalig ein Vulkan, ruht er jetzt und verfügt über allerlei Wanderwege, von denen zwei auf den Gipfel führen. Unser Plan war es, auf dem Hinweg den Gwaneumsa-Wanderweg zu nehmen, denn dieser sollte sehr anstrengend sein und man könnte, einmal am Gipfel angekommen, den Rückweg am Seongpanak-Wanderweg antreten, der nicht ganz so schwierig, aber dennoch schön sein sollte. Da man ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf den Gipfel kann, standen wir sehr früh auf, kauften noch ein wenig Proviant und begaben uns in den ersten Bus, der uns direkt zur Haltestelle brachte, an der wir umsteigen mussten. Nur, dass unser Bus nicht kam. Er sollte angeblich zweimal pro Stunde fahren, aber wir standen dort eine geschlagene Stunde herum und unser Bus kam einfach nicht. Als wir uns schließlich entschieden hatten, ein Taxi zum Wanderweg zu nehmen, kam natürlich auch keins, mittlerweile war es acht Uhr morgens und wir hatten eigentlich schon längst auf dem Weg nach oben sein wollen.
Aber es wurde noch besser: Ein Taxi konnten wir schließlich auftreiben, aber als wir am Wanderweg ankamen, versuchte man uns in schlechtem Englisch zu erklären, dass man bis auf Weiteres nicht auf die Spitze wandern konnte. Wir verstanden das erst nicht so wirklich, im Internet fand man dazu nämlich keinerlei Informationen. Der liebe Mann war aber so gut und verband uns mit jemandem, der relativ gut Englisch sprach und die Situation damit erklärte, dass es zur Zeit Steinrutsche gäbe und der Weg deswegen zu unsicher war. Über den anderen Wanderweg könne man aber zur Spitze. Leider war dieser andere Wanderweg aber noch ungefähr zwei Stunden weg entfernt und wir hatten keine Ahnung, wie wir dorthin kommen sollten – davon abgesehen hätten wir durch die Entfernung eh keine Chance mehr gehabt, pünkltich an der Spitze des Hallasan anzukommen. Und da wir nunmal schon hier waren… gingen wir einfach trotzdem den Wanderweg hinauf, in der Hoffnung, dass wir schon irgendeinen Ausblick genießen können würden.
Auf dem Weg begegneten wir einigen älteren Damen, die spontan ihre Pfirsiche mit uns teilten (die waren sehr lecker!) und uns immer wieder begegneten, da wir uns immer gegenseitig überholten. Spätestens nach eineinhalb Stunden des Wanderns stellten Bim und ich allerdings fest, dass wir den lieben Wanderweg ein bisschen überschätzt hatten: Der Weg war steil, geprägt von unebenen Treppen und sehr holprig. Aber wir kamen irgendwie durch und nach 4,5 Stunden waren wir endlich mega durchgeschwitzt an dem Punkt angekommen, der noch zugänglich für Wanderungen war. Wir hatten gehofft, dass man dort irgendwas zu Trinken kaufen könnte – konnte man leider nicht, aber immerhin gab es Dixi-Klos. Nach einer kurzen Verschnaufpause und ein wenig Umschauen auf der Fast-Bergspitze, ging es schließlich wieder nach unten. Das war schwieriger als erwartet, unsere Beine taten unglaublich weh und da wir keine Wanderschuhe dabei hatten, natürlich auch unsere Füße. Zum Glück war es dann nach 2,5 Stunden geschafft und konnten auf den Bus warten. Achja – der kam ja nicht. Also liefen wir ein wenig in die Richtung, aus der wir mit dem Taxi gekommen waren, in der Hoffnung, dass uns irgendwann schon irgendwer aufsammeln würde. Das dauerte schließlich nochmal ungefähr 3 Kilometer. Aber wir fanden ein Taxi, welches uns zur Bushaltestelle brachte – also beschweren kann man sich schließlich nicht?