Reise nach Jeju-do: Hallasan

Reise nach Jeju-do: Hallasan

„Zeit für ein bisschen Urlaub!“, dachten wir uns, als wir unsere Reise nach Jejudo im Süden von Korea gebucht hatten. Jejudo ist eine kleine Insel (wobei das -do für „Insel“ steht) und ist sehr beliebt – bei Koreanern und Touristen gleichermaßen. Da muss man also mal hin oder? Mit dem Flug hat es vom Gimpo Airport dorthin nur ungefähr eineinhalb Stunden gedauert und wir kamen an und befanden uns praktisch auf den Tropen. Ich übertreibe hier wirklich nicht – in Seoul war es die ganze Zeit schon höllisch heiß gewesen, aber Jeju ist dafür bekannt, nochmal eins oben drauf zu setzen. Aber das war okay. Wir kamen in einem kleinen Gasthaus unter, das Zimmer war zwar klein, aber sonst zum Großteil in Ordnung und wir planten am Abend noch, wohin wir die nächsten Tage aufbrechen würden. Dabei entschieden wir uns dafür, am ersten Tag direkt den Hallasan zu besteigen. Große Ziele? Jap.
Der Hallasan ist Südkoreas höchster Berg und liegt unglaubliche 1950m über dem Meeresspiegel. Ehemalig ein Vulkan, ruht er jetzt und verfügt über allerlei Wanderwege, von denen zwei auf den Gipfel führen. Unser Plan war es, auf dem Hinweg den Gwaneumsa-Wanderweg zu nehmen, denn dieser sollte sehr anstrengend sein und man könnte, einmal am Gipfel angekommen, den Rückweg am Seongpanak-Wanderweg antreten, der nicht ganz so schwierig, aber dennoch schön sein sollte. Da man ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf den Gipfel kann, standen wir sehr früh auf, kauften noch ein wenig Proviant und begaben uns in den ersten Bus, der uns direkt zur Haltestelle brachte, an der wir umsteigen mussten. Nur, dass unser Bus nicht kam. Er sollte angeblich zweimal pro Stunde fahren, aber wir standen dort eine geschlagene Stunde herum und unser Bus kam einfach nicht. Als wir uns schließlich entschieden hatten, ein Taxi zum Wanderweg zu nehmen, kam natürlich auch keins, mittlerweile war es acht Uhr morgens und wir hatten eigentlich schon längst auf dem Weg nach oben sein wollen.
Aber es wurde noch besser: Ein Taxi konnten wir schließlich auftreiben, aber als wir am Wanderweg ankamen, versuchte man uns in schlechtem Englisch zu erklären, dass man bis auf Weiteres nicht auf die Spitze wandern konnte. Wir verstanden das erst nicht so wirklich, im Internet fand man dazu nämlich keinerlei Informationen. Der liebe Mann war aber so gut und verband uns mit jemandem, der relativ gut Englisch sprach und die Situation damit erklärte, dass es zur Zeit Steinrutsche gäbe und der Weg deswegen zu unsicher war. Über den anderen Wanderweg könne man aber zur Spitze. Leider war dieser andere Wanderweg aber noch ungefähr zwei Stunden weg entfernt und wir hatten keine Ahnung, wie wir dorthin kommen sollten – davon abgesehen hätten wir durch die Entfernung eh keine Chance mehr gehabt, pünkltich an der Spitze des Hallasan anzukommen. Und da wir nunmal schon hier waren… gingen wir einfach trotzdem den Wanderweg hinauf, in der Hoffnung, dass wir schon irgendeinen Ausblick genießen können würden.
Auf dem Weg begegneten wir einigen älteren Damen, die spontan ihre Pfirsiche mit uns teilten (die waren sehr lecker!) und uns immer wieder begegneten, da wir uns immer gegenseitig überholten. Spätestens nach eineinhalb Stunden des Wanderns stellten Bim und ich allerdings fest, dass wir den lieben Wanderweg ein bisschen überschätzt hatten: Der Weg war steil, geprägt von unebenen Treppen und sehr holprig. Aber wir kamen irgendwie durch und nach 4,5 Stunden waren wir endlich mega durchgeschwitzt an dem Punkt angekommen, der noch zugänglich für Wanderungen war. Wir hatten gehofft, dass man dort irgendwas zu Trinken kaufen könnte – konnte man leider nicht, aber immerhin gab es Dixi-Klos. Nach einer kurzen Verschnaufpause und ein wenig Umschauen auf der Fast-Bergspitze, ging es schließlich wieder nach unten. Das war schwieriger als erwartet, unsere Beine taten unglaublich weh und da wir keine Wanderschuhe dabei hatten, natürlich auch unsere Füße. Zum Glück war es dann nach 2,5 Stunden geschafft und konnten auf den Bus warten. Achja – der kam ja nicht. Also liefen wir ein wenig in die Richtung, aus der wir mit dem Taxi gekommen waren, in der Hoffnung, dass uns irgendwann schon irgendwer aufsammeln würde. Das dauerte schließlich nochmal ungefähr 3 Kilometer. Aber wir fanden ein Taxi, welches uns zur Bushaltestelle brachte – also beschweren kann man sich schließlich nicht?

Bukchon Hanok Village

Bukchon Hanok Village

Eines übermüdeten Morgens sind wir endlich mal ins Bukchon Hanok Village gegangen – tatsächlich haben wir die Nacht zuvor nicht geschlafen, da wir uns um zwei Uhr Nacht spontan dazu entschieden hatten, den Sonnenaufgang zu fotografieren. War nur blöd, dass zur Uhrzeit des Sonnenaufganges noch keine U-Bahnen zu unserem Ziel fuhren. Dennoch dachten wir, dass es sich vielleicht lohnen würde, möglichst früh zu gehen, damit weniger Menschen unterwegs sind. Womit wir ausnahmsweise sogar richtig lagen!
Zugegeben sind wir durchaus ein wenig rumgeirrt und waren auf Grund der hohen Temperaturen bereits frühs um acht vollkommen durchgeschwitzt. Gelohnt hat es sich trotzdem: Neben den traditionellen Häusern und Anlagen sind wir einer kleinen Katzenfamilie begegnet, die uns neugierig beäugt hat und wir haben auch sonst einige lustige Dinge erlebt. Vor allem im Bezug auf die Fahrkünste der Koreaner, haha. Die Aussicht war schließlich wunderschön, aber was will man auch erwarten – das Bukchon Hanok Village ist schließlich in der Nähe einiger Paläste und Sehenswürdigkeiten. Zugegeben, ein wenig anders hatten wir es uns doch vorgestellt (so von dem, was man auf Bildern immer so sieht), aber vielleicht lag es einfach wirklich daran, dass wir uns ein wenig verirrt hatten und nicht wirklich wussten, wo genau wir uns gerade befinden. Obwohl wir eigentlich der Wegbeschreibung exakt gefolgt waren…

Naja, das ist der letzte Beitrag aus Seoul! Demnächst kommen noch ein paar Einträge von unserem Urlaub auf Jeju und danach sind die Bilder aus Deutschland dran (: